Ölpreis, Notenbanken und Käufe in Asien: Warum Gold unter Druck steht

Der Goldpreis gerät nach Einschätzung von Marktberichten derzeit unter Druck, weil höherer Ölpreis die Inflationssorgen und damit die Erwartung längerer Phasen strafferer Geldpolitik verstärkt. Reuters führt diese Faktoren als Belastung für das Edelmetall an; zudem hätten steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und Unsicherheit über weitere Zinsentscheidungen zusätzlichen Druck ausgeübt.

Als kurzfristiger Marktteilschritt gilt die Sitzung der US-Notenbank am 27.–28. Oktober 2026, deren Zinsentscheid am 28. Oktober als zentraler Prüfstein für die weitere Goldentwicklung genannt wird. Im September hatte die Federal Reserve dem Bericht zufolge bereits einmalig die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben.

Gegenläufige Bewegungen bei Zentralbankbeständen prägen die Angebotsseite: Nach Angaben der Bank von Russland sanken die Goldreserven im September um 200.000 Feinunzen auf 72,8 Millionen Feinunzen zum 1. Oktober. Das war demnach der zehnte Verkaufsmonat in Folge und der niedrigste Stand seit Ende 2019. Dem gegenüber meldete der World Gold Council, dass China im September 23 Tonnen Gold gekauft habe – den größten monatlichen Zukauf seit Oktober 2023.

Außerhalb der Notenbanken stützt saisonal Nachfrage aus Indien den Markt; der World Gold Council berichtete über positive Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds bis Mitte Oktober. Indische Fondsgesellschaften hätten zeitweise Zeichnungen in Goldfonds ausgesetzt, erwartet werde jedoch nur eine begrenzte Auswirkung auf die Zuflüsse. Einen umfassenderen Überblick zur physischen Nachfrage will der World Gold Council mit dem Bericht „Gold Demand Trends“ für das dritte Quartal 2026 am 3. November veröffentlichen.

Quelle: Börse Express — https://www.boerse-express.com/news/articles/gold-russland-drueckt-den-preis-955097

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