DAX rutscht unter 100‑Tage‑Linie — Ölpreis und Tech‑Sorgen belasten
Der DAX fiel am Donnerstag unter seine 100‑Tage‑Linie, nachdem der Leitindex am Vortag noch ein Vierwochenhoch verzeichnet hatte. Zum Handelsstart ging es zunächst rund 0,8 Prozent bergab; gegen Ende der ersten Stunde betrug das Minus etwa ein Prozent. Zeitweise notierte der Index bei 25.384 Punkten, der vorherige Xetra‑Schluss lag bei 25.645 Punkten.
Als Belastungsfaktoren nennt die Quelle schwächere Quartalszahlen großer US‑Konzerne und einen deutlichen Anstieg des Ölpreises. Tesla senkte dem Bericht zufolge seine Investitionsprognose, Meta erhöhte ihre Prognose und Lam Research gab eine schwächere Gewinnprognose ab — Informationen, die Zweifel an der kurzfristigen Rentabilität hoher KI‑Investitionen nährten. In Asien hätten Halbleiter‑ und KI‑Werte bereits deutlich nachgegeben.
Der Brent‑Ölpreis stieg laut Meldung um 2,6 Prozent auf 111,63 Dollar; ein Angriff auf ein Ölfeld in Saudi‑Arabien wird als Stimmungseinschlag genannt. Zudem erwarteten Händler vor den US‑Zwischenwahlen und angesichts geopolitischer Gespräche erhöhte Volatilität.
Unter den Einzelwerten verloren Infineon, Siemens Energy und Siemens bis zu 3,5 Prozent. SAP legte zwar gute Zahlen vor und zeigte sich zuversichtlicher bei Cloud‑Erlösen, blieb an der Marke von 210 Euro hängen und drehte ins Minus; Analystenkritik bezog sich auf fehlende konkrete KI‑Umsatzangaben. Qiagen stieg nach einem Barangebot von EQT mit ADIA und CPP über 46,50 Euro je Aktie um rund fünf Prozent. Sartorius gewann nach besseren Neunmonatszahlen ebenfalls deutlich.
Chartanalysten sehen kurzfristig Widerstände bei 25.713 und 26.164 Punkten; Unterstützungen werden bei 25.252 und 25.049 Punkten genannt. Für den weiteren Handel werden zudem die US‑Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als marktrelevant hervorgehoben.
Quelle: Börse Express – Originalbericht
