BaFin-Umfrage: Mehrheit der Krypto-Anleger sieht Bitcoin als Inflationsschutz

Mehr als die Hälfte der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) befragten Krypto-Besitzer verbindet Bitcoin mit einem Schutz vor Inflation. Für ihre Untersuchung befragte die BaFin im April 2026 insgesamt 1.000 Personen; rund 13 Prozent der Befragten gaben an, bereits Kryptowährungen zu besitzen. Innerhalb dieser Gruppe hielt eine knappe Mehrheit (54 Prozent) Bitcoin für geeignet, die Kaufkraft gegen steigende Preise zu erhalten. Die BaFin wertet diese Einschätzung als falsch.

Die Aufsicht begründet ihre Einordnung unter anderem mit der hohen Schwankungsbreite des Bitcoin-Preises: Bitcoins seien „hochvolatil“ und könnten binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewinnen oder verlieren. In der Umfrage ging zudem mehr als ein Drittel der Krypto-Besitzer fälschlicherweise davon aus, dass Bitcoin im Vergleich zu neueren Kryptowährungen stabiler sei, so die BaFin.

Ein Branchenvertreter bietet eine nuanciertere Sicht. Pascal Nörrenberg, Geschäftsführer von eToro Deutschland, sagte im Gespräch, die Bewertung „falsch liegen“ greife zu kurz. Er räumte ein, dass Bitcoin kurzfristig keine verlässliche Absicherung gegen Inflation darstelle, erläuterte aber, dass viele Anleger die Begrenzung des Bitcoin-Angebots auf 21 Millionen Einheiten als rationale Grundlage für eine langfristige Anlagethese sehen. Nörrenberg betonte zugleich, dass daraus keine Garantie abgeleitet werden dürfe und warnte davor, sich durch den Glauben an Bitcoin blind für Risiken zu machen. Er nannte Portfolio-Diversifikation und Disziplin im Umgang mit der Volatilität als wichtige Aspekte.

Die BaFin-Umfrage weist außerdem auf Wissenslücken bei Stablecoins hin: Etwa die Hälfte der Krypto-Besitzer hielt Stablecoins für geeignet, Vermögen aufzubauen. Die Aufsicht erinnert daran, dass Stablecoins in der Regel an einen Referenzwert gekoppelt sind und damit nicht per se vor einem Kaufkraftverlust der zugrundeliegenden Währung schützen. Insgesamt kommen BaFin und der Branchenprofi in einem Punkt überein: Anleger sollten sich nicht allein auf eine einfache Erzählung verlassen; ob Bitcoin langfristig als Inflationsschutz taugt, bleibt ungewiss.

Quelle: Berliner Morgenpost – Originalbericht

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