SAP nach Zahlen: Umsatz- und Gewinnsprung treibt Analysten zu Zielanhebungen
SAP hat nach eigenen Angaben ein überzeugendes Quartal vorgelegt: Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent auf 10,27 Milliarden Euro und lagen damit um 170 Millionen Euro über den Erwartungen. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) kletterte laut Bericht um 18 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. Wegen eines deutlich ausgeweiteten Auftragsbestands in der Cloud-Sparte hob das Management unter CEO Christian Klein die Jahresprognose an.
Die Zahlen lösten umfangreiche Reaktionen bei Research-Häusern aus. Evercore ISI revidierte sein Kursziel deutlich von 160 auf 225 Euro, behielt aber das Rating bei „Gleichgewichten“. Bernstein erhöhte sein Ziel von 273 auf 285 Euro. Barclays und TD Cowen hoben ihre Ziele von 210 beziehungsweise 225 Euro auf jeweils 250 Euro an. Wells Fargo schätzte einen Fair Value von 245 Euro, Morgan Stanley und die Deutsche Bank sehen auf Sicht von zwölf Monaten 235 Euro, Berenberg 240 Euro. Moderater fielen die Anpassungen von Jefferies und Piper Sandler aus; beide setzen ein gemeinsames Kursziel von 220 Euro. JP Morgan (Toby Ogg) und UBS (Michael Briest) blieben skeptischer und beließen ihre Einschätzungen bei „Neutral“/“Halten“ mit Kurszielen von 175 beziehungsweise 201 Euro.
Laut dem Bericht liegt der Analystenkonsens mit 28 vorliegenden Einschätzungen überwiegend auf der Kaufseite: 20 Empfehlungen lauten „Kaufen“, drei „Übergewichten“ und fünf „Neutral“; Verkaufsempfehlungen seien derzeit nicht vorhanden. Der mittlere faire Wert wird mit 215,76 Euro angegeben.
An der Börse setzte sich nach Darstellung der Quelle am Donnerstag die Erholung der SAP-Aktie fort: Die Aktie gewann rund zwei Prozent und profitierte damit von den Zahlen trotz eines belasteten Gesamtmarktumfelds. Charttechnisch habe sich die Ausgangslage verbessert, die Aktie notiere wieder über wichtigen Unterstützungslinien; ein RSI von 74 Punkten könnte kurzfristig jedoch auf eine Überhitzung hindeuten. Die Redaktion zieht als Fazit, dass die Aktie nach derzeitiger Bewertung als fair gilt (2026er KGV 29, EV/EBITDA 18,5) und für Anleger, die die Erholungsrallye verpasst haben, vorerst kein Kaufdruck bestehe.
