Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks bei Privatbanken auf
Verdi hat die Beschäftigten der privaten Banken für die kommende Woche zu ersten bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Verhandlungsrunde am 2. November zu erhöhen. Nach Angaben der Gewerkschaft legte der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) zum Auftakt der Tarifgespräche am 8. Oktober kein Angebot vor; vom Konflikt sind nach Verdi-Angaben etwa 150.000 Beschäftigte betroffen.
Kernforderung der Gewerkschaft ist ein Lohnplus von sechs Prozent. Für Nachwuchskräfte verlangt Verdi zudem eine Anhebung um monatlich 300 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck betonte, diejenigen, die täglich zum Erfolg der Branche beitrügen, erwarteten eine „faire Beteiligung“; mit den Warnstreiks solle deutlich gemacht werden, dass die Arbeitgeber sich bewegen müssten.
Über die reinen Entgeltfragen hinaus fordert Verdi verbindliche Regelungen zum Beschäftigungsschutz und zur Qualifizierung im Zusammenhang mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Gewerkschaft verlangt außerdem, Nachwuchskräfte nach der Ausbildung unbefristet in Vollzeit zu übernehmen, und schlägt vor, Beschäftigten die Möglichkeit zu geben, Teile des Gehalts in bis zu 20 zusätzliche freie Tage umzuwandeln.
Der Arbeitgeberverband lehnt insbesondere die Option zur Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in freie Tage ab und bewertet sie als faktische Arbeitszeitverkürzung von fast zehn Prozent, die eine seriöse Personalplanung erheblich erschwere. Verhandlungen über die Tarifbedingungen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden; Verdi will nach eigenem Bekunden mit den Warnstreiks ein verhandlungsfähiges Angebot erzwingen.
