EQT übernimmt Qiagen für 10,8 Mrd. Euro – zweitgrößte PE‑Akquisition
Der schwedische Finanzinvestor EQT führt nach internen Angaben das Projekt „Crown“ an, mit dem der Diagnostikspezialist Qiagen vom Börsenparkett genommen werden soll. Ein Konsortium bietet 46,50 Euro je Aktie; inklusive Verbindlichkeiten beträgt der Preis nach Unternehmensangaben 10,8 Milliarden Euro. Nach Einschätzung der beratenden Investmentbank Morgan Stanley wäre dies die bislang größte Private‑Equity‑Übernahme eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland.
EQT zufolge begründet die Gruppe den Schritt mit der Möglichkeit, das Unternehmen abseits des Kapitalmarktdrucks langfristig zu entwickeln. Ein EQT‑Partner, Matteo Thun‑Hohenstein, nannte Investitionen in Innovationen, Produktentwicklung sowie in den Ausbau des kommerziellen Set‑ups und des Vertriebs als Beispiele für mögliche Maßnahmen. Vorstand und Aufsichtsrat von Qiagen unterstützen nach Mitteilung die Transaktion.
Die Struktur der Gesellschaft spielt eine Rolle für das Verfahren: Qiagen unterhält seine operative Zentrale in Hilden, der juristische Sitz liegt in Venlo. Das Konsortium will sich nach niederländischem Recht bedienen, das ein Delisting via außerordentlicher Hauptversammlung und die Andienung einer Mehrheit von mindestens 50 Prozent der Aktien vorsieht. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet.
Zum Konsortium gehören neben EQT die Fonds Adia und CPP Investments. EQT wird nach eigenen Angaben von Morgan Stanley und Jefferies beraten; die Deutsche Bank ist in einer Nebenrolle genannt. Rechtlich berät Milbank EQT. Qiagen hat Goldman Sachs, Moelis und die Kanzlei Linklaters mandatiert; der Aufsichtsrat arbeitet mit Perella Weinberg Partners zusammen.
Qiagen wurde 1984 in Düsseldorf gegründet und ist seit 1997 an der Frankfurter Börse notiert. Das Unternehmen ist auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und auf Laborgeräte spezialisiert und beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter an mehr als 35 Standorten weltweit.
