VÖB-Prognose: Inflation und Anleihezinsen bleiben hoch

Die am Donnerstag veröffentlichte Kapitalmarktprognose des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) kommt zu dem Ergebnis, dass die öffentlichen Institute Inflation und Renditen am langen Ende auf hohem Niveau erwarten, zugleich aber unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben.

BayernLB, DekaBank, DZ Bank, Helaba, LBBW und Nord/LB prognostieren für Deutschland 2027 ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,1 und 1,3 Prozent. Für das laufende Jahr reicht die Spannbreite der Institute von 0,9 Prozent (Helaba) bis 1,3 Prozent (LBBW, Nord/LB). Die Häuser sehen die Konjunktur gestützt durch höhere staatliche Ausgaben, Investitionen in Rechenzentren und Impulse durch Künstliche Intelligenz, warnen aber zugleich vor den Belastungen durch hohe Energiepreise und geopolitische Risiken, namentlich der Iran-Konflikt.

Bei der Inflation erwarten die Institute für November in Deutschland Werte zwischen 2,9 Prozent (Nord/LB) und 3,9 Prozent (DZ Bank); für den Euroraum nennen die Banken Spannen von 3,7 bis 4,1 Prozent. Einige Institute rechnen mit einem weiteren Anstieg im Winterhalbjahr, andere sehen erst im Jahresverlauf 2027 Basiseffekte durch Energie als dämpfend.

Die Einschätzungen zur EZB-Politik divergieren: Nach der Anhebung im September liegt der Einlagensatz bei 2,50 Prozent; für die nächsten zwölf Monate prognostiziert die BayernLB 2,25 Prozent, DekaBank und Helaba 2,75 Prozent, DZ Bank, LBBW und Nord/LB 3,00 Prozent. BayernLB-Analyst Manfred Bucher weist darauf hin, dass die Märkte ein anderes Szenario spielen als das Institut.

Für zehnjährige Bundesanleihen, die im Text mit 3,38 Prozent beziffert werden, erwarten fünf Häuser in zwölf Monaten leicht niedrigere Renditen (3,10–3,40 Prozent), die Nord/LB prognostiziert hingegen 3,70 Prozent. Bei US-Treasuries reichen die Zwölfmonatsprognosen von 4,40 bis 4,90 Prozent. Weitere Themen der Prognose sind ein erwarteter leichter Rückgang des Brent-Ölpreises (DekaBank: 104 auf 78 Dollar/Barrel) sowie Wechselkurs- und Dax-Prognosen, die je nach Institut variieren.

Quelle: Börsen-Zeitung – Originalbericht

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