Zweifel am KI-Boom dämpfen Asiens Börsen nach Nasdaq-Rutsch
Zweifel daran, ob sich milliardenschwere KI-Investitionen auszahlen, haben am Freitag die asiatischen Märkte belastet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters fiel der Nikkei zuletzt um 0,5 Prozent, nachdem er im Wochenverlauf bereits 4,1 Prozent verloren hatte. Südkoreas Kospi blieb im Minus, der chinesische Leitindex CSI300 legte um 0,8 Prozent zu, hatte jedoch zuvor mehr als 20 Prozent unter seinem Juni-Hoch geschlossen – ein Signal, das an den Börsen als Beginn eines „Bärenmarkts“ gilt.
Ausgelöst wurde die Verkaufswelle laut Bericht durch einen Rückgang an der Nasdaq: Die Facebook-Mutter Meta verlor knapp acht Prozent, Nvidia büßte rund 4,4 Prozent ein, Tesla 3,1 Prozent. In Seoul gerieten SK Hynix-Aktien zeitweise mehr als drei Prozent unter Druck; das Unternehmen hatte den geplanten Börsengang seiner US-Tochter Solidigm abgesagt. Samsung Electronics notierte zwischenzeitlich drei Prozent tiefer, über den Monat summierte sich das Minus bei SK Hynix auf rund 34 Prozent.
Anleger suchten verstärkt Zuflucht in Staatsanleihen: Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel laut Reuters um mehr als 0,19 Prozentpunkte und lag wieder unter fünf Prozent. Auch japanische und australische Staatsanleihen legten zu. Terminmärkte reduzierten dem Bericht zufolge die Wahrscheinlichkeit weiterer Fed-Zinserhöhungen, eine Anhebung im Dezember gilt nicht mehr als sicher. Diana Mousina, stellvertretende Chefvolkswirtin des Finanzkonzerns AMP, wird zitiert: Das Geschäft mit KI-Aktien sei nicht vorbei, ändere sich aber—pauschales „alles kaufen“ gelte nicht mehr.
