Dax von vielen Sorgen belastet: Fokus auf Fed- und EZB-Entscheidungen

Angesichts hoher Ölpreise, anhaltender Proteste in Frankreich und wachsender Zweifel an KI-Bewertungen steht der Dax laut einem Wochenausblick der Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Druck. Dem Bericht zufolge rutschte der deutsche Leitindex vor dem Wochenende zurück unter die 21-Tage-Linie, hielt sich aber klar über der 25.000-Punkte-Marke; an der Kursanzeige wurde ein Rückgang von 0,87 Prozent auf 25.140,95 Punkte ausgewiesen.

Die Berichtssaison großer Konzerne und die anstehenden Zinsentscheide der US-Notenbank Fed (Mittwoch) und der Europäischen Zentralbank EZB (Donnerstag) bestimmen nach Einschätzung von Marktteilnehmern die Agenda. CapTrader-Chefmarktanalyst Timo Emden warnte laut dpa-AFX davor, dass schwelende geopolitische Risiken, eine unklare geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen dem Index Orientierung entziehen. Robert Greil von Merck Finck verwies darauf, dass die Fed nur wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen tagt und historische Zurückhaltung möglich sei; eine Leitzinsänderung werde von ihm für die Fed und die EZB in dieser Woche nicht erwartet, wohl aber für Dezember.

Die Energiemärkte tragen zusätzlich zu Verunsicherung bei: Brent-Öl wurde in der Meldung mit 116,83 US-Dollar und einem Anstieg von 3,30 Prozent genannt. Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com mahnte, dass anhaltende Konflikte den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise aufrechterhalten und so Wachstums- und Inflationsrisiken erhöhen könnten.

Mit Blick auf Sektoren berichtete dpa-AFX, dass vor allem Technologiewerte mit KI-Bezug zuletzt unter Druck geraten seien. Analysten und Beobachter – darunter Eckhard Schulte von MainSky und das Portal Index Radar – sehen eine Umschichtung hin zu defensiveren und substanzstarken Titeln. Die anstehenden Quartalszahlen von US-Tech-Giganten sowie die Veröffentlichungen aus dem Dax, etwa von BASF, Deutsche Bank, Mercedes‑Benz und Volkswagen, dürften laut den zitierten Experten weiteren Impuls geben.

Volkswirtschaftliche Daten und Stimmungsmesser wie das Ifo-Geschäftsklima ergänzen die Entscheidungsgrundlagen der Anleger, wobei Claudia Windt von der Helaba auf mögliche Unterschiede in der konjunkturellen Entwicklung zwischen USA und Deutschland hinwies.

Quelle: Wallstreet Online – Originalbericht

Ähnliche Beiträge